Grundwissen zum Harmonium   Das Normalharmonium


Das Normalharmonium 

Die mittelgroßen Harmoniums der Hersteller 'Estey' und 'Mason & Hamlin' entsprechen schon vor 1900 dem später eingeführten Standard des Normalharmoniums. 
Es handelt sich um ein Saugwindinstrument mit 3 Spielen. Der Manualumfang beträgt fünf Oktaven (F - f4), die Registerteilung ist zwischen h und c1, der Subbass 16' geht von C bis c, die Oktavkoppel ist immer eine Superkoppel. 
Die genaue Disposition lautet: 

(1P)  Diapason Dolce 8' 
(7)    Sub Bass 16' 
(6)    Eolian Harp 2' 
(1)    Diapason 8' 
(3 )   Viola 4' 
(3P)  Viola Dolce 4' 
(VH) Vox Humana 
(4)    Seraphone 8' 
(3)    Flute 4' 
(1)    Melodia 8' 
(5)    Vox celeste 8' 
(OK) Octave Coupler 
(1P)  Melodia Dolce 8' 

Es gibt zwei Knieregister, das rechte betätigt die Forteklappen und das linke das Tutti. Zum Teil verwenden deutsche Hersteller andere Registernamen, die Registernummern sind jedoch identisch. In den drei Werken von Karg-Elert für dieses Instrument werden achteckige Registersigel verwendet. Häufig verwenden jedoch andere Verleger Kreise als Registersigel.  
Die erweiterten Narmalharmoniums haben noch zusätzlich einen durchgehenden 16' und gegebenenfalls weitere Register. 
Auf Sonderbestellung war ein Hackenprolongement möglich, eine Expression, weitere Zungenreihen und bei Lindholm eine geteilte Expression.  
Eine Percussionseinrichtung in Sauglwindharmoniums ist zwar möglich (US Patent 1865), aber bisher sind keine erhaltenen Instrumente bekannt geworden. 
Es gibt zwar nicht viele Originalkompositionen für das Normalharmonium, aber viele Bearbeitungen beliebter Komponisten aller Epochen (von Bach bis Wagner). Erwähnenswert sind die Originalkompositionen von Karl Kämpf und Athur Bird. Darüber hinaus gibt es noch einige einzelne Werke verschiedener Komponisten (z.B. Carl Sattler, Oskar Wermann, etc.). 

In der Regel hatte die Produktion von Normalharmoniums nur einen kleinen Anteil am gesamten Saugwindharmoniumbau. Falls Sie in Ihrer Kirche noch ein Saugwindharmonium haben, wird es nur mit viel Glück ein Normalharmonium sein: Entweder hat das Instrument weniger Register, eine andere Manualteilung oder Extremkoppeln (Sub- und Super(oktav)koppeln).

 

 
 
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Autor: Ulrich Averesch 

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