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Kein Bleiverbot für Orgelbauer


Nach langwierigen Beratungen insbesondere zwischen den Vertretern der International Society of Organ Builders (ISO) und den zuständigen Fachleuten der EU-Kommission besteht nun die Rechtssicherheit, dass Pfeifenorgeln in der EU weiterhin gebaut, restauriert und gespielt werden dürfen.

Aus den am 26. Januar 2017 veröffentlichten Unterlagen der EU- Kommission geht hervor, dass Pfeifenorgeln neben wenigen anderen Produktgruppen definitiv und dauerhaft vom Geltungsbereich der EU-Direktive 2011/65/EU (RoHS2) - "Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten" - ausgeschlossen sind. Ein Verbot des zu den "gefährlichen" Stoffen zählenden Bleis, das in der Herstellung der Pfeifenorgeln unersetzbar ist, hätte den Bau, die Renovierung und das Spielen dieser Orgeln auf dem EU-Markt unmöglich gemacht. Dies wäre einem Verbot der Orgel gleichgekommen.

In der Begründung der EU-Kommission heißt es u.a.: "Mit dem Ausschluss von Pfeifenorgeln aus dem Geltungsbereich der Richtlinie werden (der) Verlust von bis zu 90% der Arbeitsplätze in diesem Sektor und der jährliche Verlust von bis zu 65 Mio. EUR bis 2025 vermieden. Zudem wird ein bedeutender kultureller Verlust - die Aufgabe des Baus, der Instandhaltung und schrittweise auch der Verwendung von Pfeifenorgeln - vermieden."

Besonderer Dank in dieser Angelegenheit gilt John Pike Mander, dem langjährigen Präsidenten der International Society of Organ Builders, der sich gemeinsam mit weiteren Aktiven für den Fortbestand der Pfeifenorgel eingesetzt hat.

Weitere Informationen finden sich unter: https://deutscher-orgelbau.de/nachricht/29/.