Veranstaltungen

63. Internationale Orgeltagung in Dresden

Panorama von Dresden

26. Juli bis 1. August 2015

 

Tagungsprogramm

Öffentliche Konzerte

Organisatorische Hinweise

Anmeldung

Informationen zur Hotelbuchung

 

Sehr geehrte Mitglieder der GdO, liebe Orgelfreundinnen und Orgelfreunde,

mit zwei der bedeutendsten Großorgeln des Barock und der Romantik in Freiberg und Annaberg knüpfen wir an das Programm der Freiberger Tagung von 2000 an. Andere damals schon gezeigte Orgeln haben sich nach Restaurierungen und Erweiterungen inzwischen deutlich gewandelt. Doch die meisten Orgeln erklingen erstmals für die GdO. Von Dresden aus umfasst das Exkursionsprogramm eine lange Ost-West-Achse von Chemnitz nach Görlitz, steigt südlich bis in die Höhen des Erzgebirges auf und endet nördlich im Elbtal bei Meißen. Nur der Leipziger Raum muss auf eine künftige Tagung verschoben werden.

Die nachweisbaren Wurzeln des sächsischen Orgelbaus reichen in das 13. Jahrhundert zurück. In der Renaissance bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert wurde der Orgelbau in Sachsen durch Einflüsse aus dem Norden geprägt. Aus dieser Zeit sind die ältesten einmanualigen sächsischen Orgeln erhalten, von denen drei zur Tagung erklingen. Ein Symposium wird sich mit der Rekonstruktion der seinerzeit bedeutenden Fritzsche-Orgel der Dresdner Schlosskapelle befassen, der baulich wiedererstandenen Wirkungsstätte Heinrich Schütz‘. Eine stilistische Neuausrichtung brachte ab 1710 Gottfried Silbermann durch Elemente des französischen Barockorgelbaus nach Sachsen. Seine Stilistik hat schulbildend gewirkt und den sächsischen Orgelbau unmittelbar teils bis um 1890 geprägt. Fünf repräsentative Instrumente aus seinem Schaffen werden wir erleben. Doch auch die reichhaltige Orgellandschaft rund um Silbermann soll zu Gehör kommen mit Werken seines Meisterschülers Zacharias Hildebrandt und aus der Schule seines bedeutenden Konkurrenten Johann Ernst Hähnel. Die lange Nachwirkung Silbermanns ins 19. Jahrhundert hinein zeigen die Frühwerke der Orgelbauwerkstatt Jehmlich und die bedeutende Orgel C. E. Schuberts in Marienberg. Den reichhaltigen, besonders umfangreich erhaltenen hochromantischen Orgelbestand des 19. Jahrhunderts in Sachsen repräsentieren Orgeln der beiden Kreutzbachs und von Hermann Eule. Einen besonderen Schwerpunkt der Tagung bilden große Orgeln der Spätromantik um und nach 1900 sowohl von sächsischen Firmen wie Jehmlich u. a. als auch von W. Sauer. Einen zweiten Schwerpunkt setzen drei bemerkenswerte Großorgeln der frühen Orgelbewegung um 1930. Einige Instrumente werden den qualitativ für seine Zeit durchaus hochstehenden Orgelbau der DDR-Zeit repräsentieren (Eule, Jehmlich, Schuke). Nicht zuletzt erklingen ein eindrucksvoller Querschnitt aus dem zeitgenössischen Schaffen der sächsischen Orgelbauwerkstätten nach 1990 und natürlich die großen Orgelneubauten in der Dresdner Frauenkirche, in Görlitz und Chemnitz.

Mit der bis in das 14. Jahrhundert nachweisbaren Musikpflege an der Kreuzkirche sind auch die Nachrichten über Organisten und Orgelspiel in der Dresdner Innenstadt bereits früh dokumentiert. Mit der städtischen Kirchenmusik und der Hofmusik entwickelten sich hier zwei Zentren, die in den nachfolgenden Jahrhunderten wie auch in anderen sächsischen Orten zahlreiche bekannte Musikerpersönlichkeiten und Komponisten hervorbrachten. Die Interpreten der Tagung werden bewusst vor allem Musik aus diesem reichen Fundus Dresdner und sächsischer Kompositionen spielen, um die jeweiligen Instrumente mit zu ihnen stilistisch passender und typischer Originalmusik vorzuführen.
Nicht nur konzertante Vorführungen stehen auf dem Programm, auch Musik zum Kinostummfilm, spätromantische Musik in der Trauerhalle des Friedhofs, eine Harmonium-Matinee, Orgeln mit Fernwerk und mit liegenden Pfeifen, mit Pfeifen aus Meißner Porzellan u. a.. Einige Orgeln werden auch zum Selbstbespielen zugänglich sein. Vor Tagungsbeginn können Veranstaltungen des Arbeitskreises Hausorgel besucht werden. Das Programm ist sehr reichhaltig. Deshalb wählen Sie aus, was Ihnen gefällt – und genießen Sie die Ruhe und die Schönheit Sachsens, indem Sie auch mal eine Orgel auslassen, wenn Ihnen danach ist.
Neben der historischen Residenzstadt Dresden durchfahren wir sächsische Landschaften, besuchen historische Städte wie Freiberg, Görlitz oder Meißen, Schloss Pillnitz, die Festung Königstein und genießen per Elbraddampfer das herrliche Elbtal. Dresden ist per Auto, Bus, Bahn und eigenem Flughafen erreichbar. Lassen Sie sich herzlich nach Dresden einladen!

Ihre Tagungsleiter
Kreuzorganist Holger Gehring, Jiří Kocourek

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TAGUNGSPROGRAMM

(Änderungen vorbehalten)

Tagung des Arbeitskreises Hausorgel: Freitag, 24. 7., bis Montag, 27. 7. 2015

Möglichkeit für die GdO-Tagungsteilnehmer zur Teilnahme an den Veranstaltungen (Vorträge, Orgelbesichtigungen, Ausstellung von Hausorgeln im Rudolf-Mauersberger-Saal).
Informationen und Anmeldungen: Bernhard.Wagenbreth(at)onlinehome.de und 01577/3169993, sowie www.hausorgel.gdo.de.
 

Sonntag, 26. Juli 2015: Dresden – Innenstadt

ab 12.00 Uhr Tagungsbüro, Haus an der Kreuzkirche, Mauersberger-Saal, mit Noten- und CD-Verkauf
14.00 UhrFührung durch die Altstadt
17.00 UhrTagungseröffnung, Dresden, Kreuzkirche (Wegscheider 2008, I/10, Instrumentalensemble)
20.00 UhrEröffnungskonzert, Dresden, Kathedrale (Silbermann 1755, III/47)
 

Montag, 27. Juli 2015: Dresden – Stadtteile

tagsüberAusstellung des Arbeitskreises Hausorgelbau
9.30 – 18.30 UhrOrgelvorführungen: Pieschen, Markuskirche (Eule 1888, II/26), Cotta, Heilandskirche (Jehmlich 1927, III/44), Striesen, Herz-Jesu-Kirche (Jehmlich 1909, III/37), Striesen, Versöhnungskirche (Jahn 1909/Scheffler 2008, III/50), Tolkewitz, Johannisfriedhof (Jahn 1928, II/15)
9.00 – 21.00 UhrOffene Orgelemporen: Neustadt, Garnisonskirche (Jehmlich 1900, II/21), Wilschdorf, Christophoruskirche (Wegscheider 1995, II/14), Friedrichstadt, Matthäuskirche (Wünning 2012, II/11), Plauen, Auferstehungskirche (Eule 1985, III/44), Neustadt, Petrikirche (Jehmlich 1958, II/27), Neustadt, Diakonissenhauskirche (Schuke 1972, II/32), Striesen, Mariae Himmelfahrt (Jehmlich 1913, II/13), Blasewitz, Heilig-Geist-Kirche (Eule 1953, III/38)
21.00 UhrAbendstimmung über Dresden I: Loschwitz, Kirche (Wegscheider 1997, II/20): Orgel und Texte
 

Dienstag, 28. Juli 2015: Exkursion Oberlausitz

Gruppe AObercunnersdorf, St. Barbara (Schuster 1898/Groß 2010, II/30) und Besichtigung des Denkmalorts mit seinen zahlreichen historischen Umgebindehäusern
Gruppe BUhyst am Taucher, Kirche (Kreutzbach 1856, II/22)
Gruppen A und BGörlitz, St. Peter und Paul (Mathis 1997/2006, IV/88), Görlitz, Stadthalle (Sauer 1900, IV/72), Zittau, St. Johanniskirche (Jehmlich 1839/Schuster 1929/Jehmlich 2012, III/103), Seifhennersdorf, Kirche (Schuster 1936, IV/72)
22.00 UhrAbendstimmung über Dresden II: Dresden, Annenkirche (Jahn 1909/Jehmlich 1936/51, III/50): Orgel und Stummfilm
 

Mittwoch, 29. Juli 2015: Symposium – Exkursion Osterzgebirge

Symposium (vormittags)
Dresden, Schlosskapelle: Orgelrekonstruktion in Geschichte und  Gegenwart am Beispiel der Fritzsche-Orgel von 1612 (III/31) in der Dresdner Schlosskapelle
Gruppe A (nachmittags)
Lauenstein, Stadtkirche (Jehmlich 1817/1818, Rekonstruktion Jehmlich 2005, II/19), Geising, Stadtkirche (Ranft 1757, II/23), Reinhardtsgrimma, Kirche (Silbermann 1731, II/20)
Gruppe B (nachmittags)
Somsdorf, Kirche (Jehmlich 1827, II/16), Frauenstein, Stadtkirche (Kreutzbach 1873, II/30), Reinhardtsgrimma, Kirche (Silbermann 1731, II/20)
20.00 Uhr alleKonzert im Rahmen des Dresdner Orgelzyklus’: Dresden, Kreuzkirche (Jehmlich, 1963/2008, IV/80).
21.00 UhrAbendstimmung über Dresden III: Dresden, Kreuzkirche, Aufstieg auf den Turm der Kreuzkirche und Sommerbowle im Kerzenschein in der Türmerstube
 

Donnerstag, 30. Juli 2015: Exkursion Mittelsachsen

Gruppe ABarock-Tour: Rossau, Kirche (Richter [?] um 1702, I/11), Frankenstein (Silbermann 1752, I/14), Kleinolbersdorf (Richter 1693, I/11), Lengefeld (Hildebrandt 1726/ Eule/Wegscheider 2014, II/22), Marienberg, Stadtkirche (Schubert 1872–1879, III/51)
Verlängerung: Freiberg, Dom: Abendmusik
(Silbermann 1711 – 1714, III/44 und 1719, I/14)
Gruppe BRomantik-Tour: Wittgensdorf (Jehmlich 1921, III/29, mit Fernwerk), Chemnitz, Petrikirche (Ladegast 1888/Jehmlich 1913/Vleugels 2009, III/58), Chemnitz, Schlosskirche (Vleugels 2006/2012, III/47), Chemnitz, Lutherkirche (Sauer 1908, III/50), Marienberg, Stadtkirche (Schubert 1872 – 1879, III/51)
Verlängerung: Annaberg-Buchholz, Annenkirche
(Walcker 1883/1884, III/65)
 

Freitag, 31. Juli 2015: Mitgliederversammlung – Exkursion Sächsische Schweiz

9.00 – 11.00 UhrMitgliederversammlung, Dresden, Coselpalais, Großer Saal im Piano-Salon
anschl. Gruppe AKönigstein, Stadtkirche (Jehmlich 1849/1908, Wünning 2007/2008, III/38
anschl. Gruppe B Besichtigung der Festung Königstein, Offene Orgelempore in der Garnisonskirche (Jehmlich 2000, II/16).
Gruppen A und BDresden-Pillnitz, Schloss: Führungen durch die Musikinstrumentensammlung im Kunstgewerbemuseum (Gräbner ca. 1720/30, I/4 u. a.). Möglichkeit zur Besichtigung des Schlossparks und des Sommerhauses Carl Maria von Weber.
Offene Orgelemporen: Weinbergkirche (Jehmlich 1891, II/13), Kath. Schlosskapelle (Jehmlich 1855, I/6).
Orgelvorführung: Dresden-Hosterwitz, Schifferkirche Maria am  Wasser (Kreutzbach 1863, II/18)
Dampfschifffahrt auf der Elbe zurück nach Dresden
20.00 UhrDresden, Frauenkirche: Präsentation Frauenkirche und Orgel (Kern 2005, IV/67)
21.00 UhrAbendstimmung über Dresden IV: Nächtlicher Kuppelaufstieg auf die Frauenkirche mit Stadtrundblick „Dresden bei Nacht“
 

Samstag, 1. August 2015: Abschluss und Postludium

9.30 – 10.15 UhrDresden, Dreikönigskirche, Plenarsaal, Harmonium-Matinee (Arbeitskreis Harmonium)
10.30 UhrDresden, Dreikönigskirche, Kirchsaal, Ökumenischer Abschlussgottesdienst (Eule 1992, II/36 und Kayser [?] ca. 1820, I/4, Instrumentalensemble).
14.00 Uhr

Postludium in Eigenregie ohne Bus: Coswig, Alte Kirche (Fritzsche (-Schule) zugeschrieben, 17. Jh. I/11).

15.30 UhrMeißen, Porzellanmanufaktur (Schauwerkstatt und  Porzellanpfeifenpositiv, Jehmlich 2000, I/4).
15.00 Uhr alternativMöglichkeit des Besuchs des Orgelsommers in der Dresdner Kreuzkirche

 

Organisten: Wolfgang Baumgratz, Roland Börger, Matthias Eisenberg, Stefan Engels, Holger Gehring, Jacobus Gladziwa, Christoph Grohmann, Matthias Grünert, Jan Katzschke, Peter Kleinert, Sebastian Knebel, Samuel Kummer, Johanna Lennartz, Thomas Lennartz, Franziska Leuschner, Ludger Lohmann, Clemens Lucke, Espen Melbö, Andrej Naumovic, Siegfried Petri, Lucas Pohle, Michael Radulescu, Martin Riccabona, Matthias Schneider, Hansjürgen Scholze, Johanna Schulze, Reinhard Seeliger, Martin Strohhäcker, Matthias Süß, Andrej Szadejko, Daniela Vogel, Dietrich von Knebel, Steffen Walther, Bert Wisgerhof u. a.

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ORGANISATORISCHE HINWEISE

Anmeldeschluss: 15. Mai 2015.

Die Anmeldung wird erst mit der spesenfreien Überweisung der Tagungs- und Exkursionsgebühren laut Anmeldung auf das Tagungskonto wirksam. Tagungskonto: Gesellschaft der Orgelfreunde e. V., Konto-Nr. IBAN: DE12 6115 0020 0007
4568 91 (Kreissparkasse Esslingen, BIC: ESSLDE66); Verwendungszweck: „Orgeltagung Dresden“.

Stornierung bis zum 01. 06. 2015 (Eingang) spesenfrei. Danach 15,– € Stornierungskosten. Bei Stornierung nach dem 01. 07. 2015 nur noch Erstattung von 50 % der Kosten für gebuchte Exkursionen; nach dem 10. 07. 2015 oder bei Nichtinanspruchnahme gebuchter Veranstaltungen keine Erstattung.

Tagungsgebühren: inklusive Programmheft, freiem Eintritt zu den Orgelvorführungen und -Konzerten (inkl. Eröffnung und Abschluss), jedoch ohne die auf der Anmeldekarte separat kostenpflichtig aufgelisteten Programmpunkte, ohne Unterkunft, Verpflegung, An-/Abreise und Reiseversicherungen.
 

Einzelteilnehmermit Ehegatten/Partnerunter 30 Jahre
GdO-Mitglieder90 € (Stud. 45 €)125 €0 €
Nichtmitglieder125 € (Stud. 65 €)175 €0 €

Exkursionsgebühren: gelten unabhängig vom Alter und für Ehegatten/Partner. Sofern nicht ausdrücklich anders angegeben, sind Mahlzeiten individuell zu bezahlen. Am Donnerstag, 30. 7., besteht bei Gruppe A am Ort des Mittagessens keine weitere Essensmöglichkeit.

Abfahrt der Busse: Dresden, An der Kreuzkirche 6 (nahe Altmarkt). Alle Straßenbahnlinien und einige Buslinien sind im Umkreis von 300 m fußläufig erreichbar, zum Hauptbahnhof sind es 800 m.

Tagungsteam: Antje Müller (art bohème), Dresden, und viele helfende Orgelfreunde

Rückfragen bitte nur schriftlich an:
Jiří Kocourek, Beilstraße 32, D–01277 Dresden, E-Mail: jiri.kocourek(at)web.de
Roland Behrens, Josefstraße 8, D–66693 Mettlach, E-Mail: gdobehrens(at)t-online.de

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