Aktuelles

20.03.2015

Orgelbau und Orgelmusik – Immaterielles Kulturerbe

Orgelbau und Orgelmusik wurden auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen.


Die Überreichung der Urkunde durch Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, und Brunhild Kurt, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Staatsministerin für Kultus Sachsen, an Prof. Dr. Michael Kaufmann, Vorstand VOD (Foto: O. Horlitz)

Die Entscheidung war schon im Dezember bekanntgegeben worden: Deutscher Orgelbau und Orgelmusik sind mit dabei. Zum ersten Mal wurde deutsches immaterielles Kulturerbe von der Deutschen UNESCO-Kommission gewürdigt. Von knapp 90 Anträgen wurden 27 positiv beschieden, darunter - auf Antrag der "Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands" (VOD) - Deutschlands Orgelbau und Orgelmusik. "Deutschland hat mit etwa 50.000 Orgeln, 400 Orgelbaubetrieben mit 1800 Mitarbeitern und 180 Lehrlingen sowie 3500 hauptamtlichen und zehntausenden ehrenamtlichen Organisten eine auch im europa- und weltweiten Vergleich herausragende Orgelkultur, die sich in der Vielzahl der Ausbildungsmöglichkeiten an Hochschulen und kirchlichen Einrichtungen ebenso widerspiegelt wie im großen Reichtum an Kompositionen und Aufführungspraktiken", so sinngemäß im Antrag.

Am 16. März 2015 fand in Berlin die Auszeichnungsveranstaltung statt.

Die Liste des immateriellen Kulturerbes soll bewusst machen, dass Reichtum nicht allein im Wohlstand begründet liegt, "sondern auch in der Vielfalt unserer Kultur", so Staatsministerin Grütters. Ebenfalls aufgenommen wurden z. B. die Deutsche Brotkultur, der Vogtländische Musikinstrumentenbau, die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht und die Genossenschaftsidee. Im Anschluss an die Auszeichnungsveranstaltung fand die Fachtagung "Wissen. Können. Weitergeben" statt. In vier Arbeitsgruppen - "Urbanes Immaterielles Kulturerbe", "Interkulturelles Immaterielles Kulturerbe", "Immaterielles Kulturerbe & Ressourcen" sowie "Verbände und Nichtregierungsorganisationen: Mittler bei der Erhaltung immateriellen Kulturerbes" konnten die Teilnehmer Erfahrungen und Fragen austauschen, die dann  in konzentrierter Form im Plenum allen Teilnehmern präsentiert wurden. Dabei wurden Aufgaben und Ansätze deutlich, die auch  für die Deutsche Orgelkultur bedenkenswert sind.

Oliver Horlitz